Verbreitungsgebiet:
Australien; Gibt es in freier Wildbahn nicht, weil das Verbreitungsgebiet
und ihr natürliches Habitat beider Elterntiere sehr weit auseinander liegt.
Aus diesem Grund, würden sich diese beiden Arten nie finden, damit sich
aus dieser Verpaarung ein Hybrid zwischen Morelia spilota-mcdowelli (Jaguar)
und einer Morelia bredli entstehen kann.
Allgemeines:
Diese so genannten „Bredli Jaguar“ sind Hybriden zwischen dem
McDowells Teppichpython Morelia spilota-mcdowelli (Jaguar)
und dem Bredli Python Morelia bredli.
Diese „Terrarienvariante“ des Rautenpythons wird in Den USA und
Europa immer beliebter. Zu diesem wunderschönen Python-Hybrid gibt es
viele unterschiedlichen Meinungen. Einige finden sie toll, wie wir und die
anderen finden es eine sinnlose Vermischung von Morelia Unterarten.
Betrachtet man diese künstliche Hybridisierung als „Terrarienform“ oder „Farbzucht“ -
wie auch alle anderen „Designertiere“ als solche angesehen werden
- gibt es eigentlich keinen Grund solch eine Zucht abzulehnen.
Eine fantastische Designer Jaguar Variante, die durch die Einzüchtung
des Jaguar Gens in
reinrassige Morelia bredli entstand. Der Bredli Jaguar ist sicher derzeit einer
der spektakulärsten“ Mutationen“ bei den Teppichpython. Bredli
Jaguar haben eine starke Musterungsreduzierung
und gleichzeitig eine enorme „Farbverstärkung“ das heisst,
extremes gelb mit weniger
schwarzer Musterung.
Mehrere Jaguars gibt es schon wie zum Beispiel:
Regular Jaguar = gekreuzt mit Morelia spilota-mcdowelli
Papua Jaguar = gekreuzt
mit Papua Teppichpython Morelia spilota-harrisoni
Dschungel Jaguar = gekreuzt
mit dem Dschungel Teppichpython Morelia spilota-cheynei
Diamant Jaguar = Diamantpython Morelia spilota-spilota gekreuzt mit einem
Diamant Jungel Jaguar
Diamant Dschungel Jaguar = gekreuzt mit einem „Crossing“ ebenfalls
schon ein Mischling aus Morelia spilota-spilota x Morelia spilota-cheynei
Ivory Jungle Jaguar = gekreuzt mit Morelia spilota cheynei (schwarz/weisse
Variante)
und ein Ende ist noch langen nicht in Sicht.
Diese Tiere sind etwas ganz besonderes, fast immer sind sie sehr kontrastreich
und intensiv
von der Färbung. Der Export aller Rautenpythons des Morelia spilota-Komplexes
ist seit
vielen Jahren aus Australien verboten. Alle Morelia spolita ssp. unterliegt
dem
Washingtoner Artenschutzabkommen, im Anhang WA II.
Haltung:
Das ausgewachsenes Bredli Jaguar Weibchen kann eine Grösse von 250 cm und
ein Gewicht bis zu 8-9 kg erreichen, was aber eher selten ist. Im Normalfall
erlangt das Weibchen eher eine maximale Grösse von 220 cm und ein Gewicht
von 5 bis 6 kg, selten darüber. Das Männchen kann etwa gleichgross
werden wie das Weibchen. Das Körpergewicht des Männchens sollte zwischen
4 bis 5 kg liegen, er sollte nicht zu massig sein. Es handelt sich um eine sehr
aufmerksame und aktive Pythonart. Wenn sie bei ihren Erkundungstouren ertappt
wird, präsentiert sich diese sehr anschauliche Schlangenart zur Freude ihres
Pflegers sehr offen und grosszügig.
Das Terrarium sollte für zwei ausgewachsene Tiere eine Mindestgrösse
LxBxH von 180x70x100 cm haben, sicherlich wäre grösser und höher
von Vorteil.
Ein oder zwei zusätzliche Ablageflächen, auf halber Höhe und im
oberen Bereich des Terrariums montiert, werden immer wieder gern aufgesucht und
erweitern die angebotene Fläche nochmals.
Die Tagestemperatur sollte allgemein bei 26-28 Grad liegen, diese Werte sollten
nicht dauerhaft bzw. über einen langen Zeitraum überschritten werden.
Eine warme Stelle mit einer Temperatur bis zu 40 Grad durch einen geschützten
Wärmestrahler sollte angeboten werden, so dass das Tier sich seine eigenen
Temperaturzonen aussuchen und immer wieder frei wechseln kann. Die Nachttemperatur
sollte auf mindestens 22-25 Grad absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber
um 60% betragen, nachts auf etwa 80% ansteigen.
Der Bodengrund kann weich, aber sollte nicht nass sein. Torf, Rinde, Holzspäne,
Räucherspäne oder diverse Erdengemische sind geeignet. Ein Topf, Korkstück
oder ein Unterschlupf wird als Versteck immer wieder gern aufgesucht. Eine
stabile Terrarieneinrichtung kann ich nur empfehlen,
da der Bredli Jaguar sehr aktiv ist. Eine Bademöglichkeit sollte angeboten
werden.
Nahrung:
Die Futtertiere sollten je nach Grösse und Bedarf der Schlangen angeboten werden. Morelia spilota-spilota ist kein so genannter Nahrungsspezialist. Das Nahrungsspektrum kann von Renn- und Springmäusen, Hamstern oder Küken über Hühner,
Tauben, Ratten und Meerschweinchen bis zu Zwergkaninchen reichen.
Von einer lebendigen Futteranbietung rate ich ab, es können sehr tiefe
Bisswunden und Narben durch das Futtertier an der Schlange entstehen.
Frisch abgetötete Tiere sind für beide Parteien immer von Vorteil.
Diese Fütterungsvariante vermeidet allzu viel Stress für beide
Tiere und die Schlange wird weniger hektisch und etwas zahmer. Das Futter
sollte in einer separaten Futterbox angeboten werden, damit man das Tier
besser beobachten und begutachten kann. Auch das Handling zur Schlange
wird durch diese Art der Fütterung wieder ein wenig aufgefrischt.
Zucht:
Die Paarungszeit erstreckt sich von November bis in den März hinein.
Die Tages- und Nachttemperaturen sollten im Herbst stufenweise bis zu
auf
ca. 3-5 Grad gesenkt werden, wichtig ist dabei aber, dass den Tieren
tagsüber zumindest 6-8 Stunden eine Wärmequelle mit min. 40°C
zur Verfügung steht. Das Weibchen, das zur Zucht aufgebaut/ausgesucht
wird, sollte ein Körpergewicht von mindestens 3 kg haben. Das Männchen
sollten nicht schwerer als max. 5 kg sein, damit es noch aktiv ist/bleibt.
Das trächtige Tier sollte vom Männchen getrennt werden, am
besten belässt man das Weibchen wo es ist und entfernt das Männchen,
nicht umgekehrt weil das Stress für ein trächtiges Weibchen
wäre, damit man es besser beobachten kann. Auch das Futter kann
so besser angeboten und angenommen werden. Das trächtige Pythonweibchen
verweigert zumeist das Futter, in den seltensten Fällen frisst das
Tier sporadisch weiter/durch.
Nach einer Tragzeit von ca. vier Monaten werden durchschnittlich etwa
15-20 Eier abgesetzt.
Die Anzahl der Eier bei der Eiablage ist sehr unterschiedlich. Je nach
Grösse und Vitalität
des Weibchens kann die Zahl der abgesetzten Eier unterschiedlich ausfallen.
Die Bruttemperatur sollte mindestens bei 31 Grad liegen und darf bis
max. 32.8 Grad schwanken. Die Inkubationszeit der Eier im Brutkasten
wird 55 bis 70 Tage betragen, je nach Bruttemperatur.
Nach dem Ankerben
und Anritzen des Eies mit dem Ei-Zahn der Schlange, durchstösst/durchbricht
die junge Schlange das Ei. Sie wird es innerhalb von 1-2 Tagen selber
verlassen, bitte das Jungtier nicht aus dem Ei ziehen oder zerren.
Das
junge Bredlijaguarbaby wird ohne Hilfe aus dem Ei schlüpfen.
Das Gewicht des jungen Jaguars kann 15-50 Gramm betragen und sie werden
beim Schlüpfen
eine Länge von 40-55 cm aufweisen. Die Jungen gehen in der Regel
nach der ersten Häutung
an das angebotene Futter. Dieses sollte nicht grösser als eine leicht
behaarte Ratte sein.
Die Aufzucht der jungen Bredlijaguars sollte in Einzelhaltung erfolgen.
Diese Aufzuchtshaltung
ist von Vorteil, damit man das Tier besser beobachten und das Futter
gezielt anbieten kann.
Bei idealer Haltung und Pflege des Tieres kann der Schützling über
20 Jahre alt werden.
P.S.
Die diversen Daten und Angaben stammen aus der Erfahrung mit meinen
eigenen Tieren.
Ein Dank geht an dieser Stelle an Daniel Wildisen, der mir sehr viele
gute Anregungen und
Tipps zur Haltung und Pflege der Gattung Morelia spilota und Morelia
bredli gegeben hat.
Bitte beachten Sie, dass jede Art ihre Ausnahmen hat. Jedes Tier hat
seinen eigenen Charakter
und jedes Tier hat sein eigenes Verhalten. Alle Daten und Angaben treffen
nicht auf alle Tiere
der gleichen Art in gleicher Weise zu.
Markus Borer
www.BoaPython.ch |