Python'S

Morelia spilota-spilota

Haltung und Zucht des Diamantpythons

   
Verbreitungsgebiet:
Australien; in einem schmalen Küstenstreifen
des Bundesstaats New South Wales.



Allgemeines:
Der Diamantpython ist eine der schönsten Schlangenarten überhaupt, die im Terrarium gehalten wird. Leider findet man diese Pythonart dennoch sehr selten. Es gibt mehrere Faktoren dafür, dass diese Schlangenart so rar in der Terraristik-Szene anzutreffen ist. Das kleine Verbreitungsgebiet dieser Pythonart trägt sicherlich auch sehr dazu bei, und auch den Export der Morelia spilota-spilota aus Australien der seit vielen Jahren verboten ist. Ebenfalls ergibt die teils unwissentliche, teilweise aber auch vorsätzliche Vermischung der vielen verschiedenen Rautenpythons untereinander immer wieder neue Probleme. Daraus resultieren leider auch noch sehr viele Vorurteile gegen diese wunderschöne Rautenpythonart. Der Diamantpython unterliegt dem Washingtoner Artenschutzabkommen, im Anhang WA II.


Haltung:

Das ausgewachsene Diamantpythonweibchen kann eine Grösse von 250 cm und ein Gewicht bis zu 8 kg erreichen, was aber eher selten ist. Im Normalfall erlangt das Weibchen eher eine maximale Grösse von 220 cm und ein Gewicht von 5 bis 6 kg, selten darüber. Das Männchen bleibt kleiner als das Weibchen und erreicht nur eine Grösse von 180-200 cm. Das Körpergewicht des Männchens sollte zwischen 4 bis 5 kg liegen, es sollte nicht zu massig sein.

Es handelt sich um eine sehr aufmerksame und aktive Pythonart. Wenn sie bei ihren Erkundungstouren ertappt wird, präsentiert sich diese sehr anschauliche Schlangenart zur Freude ihres Pflegers sehr offen und grosszügig.

Das Terrarium sollte für zwei ausgewachsene Tiere eine Mindestgrösse LxBxH von 180x70x100 cm haben, sicherlich wäre grösser und höher von Vorteil. Ein oder zwei zusätzliche Ablageflächen, auf halber Höhe und im oberen Bereich des Terrariums montiert, werden immer wieder gern aufgesucht und erweitern die angebotene Fläche nochmals.

Die Tagestemperatur sollte allgemein bei 26-28 Grad liegen, diese Werte sollten nicht dauerhaft bzw. über einen langen Zeitraum überschritten werden. Eine warme Stelle mit einer Temperatur bis zu 40 Grad durch einen geschützten Wärmestrahler sollte angeboten werden, so dass das Tier sich seine eigenen Temperaturzonen aussuchen und immer wieder frei wechseln kann. Die Nachttemperatur darf/sollte auf mindestens 18-20 Grad absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber um 60% betragen, nachts auf etwa 80% ansteigen.

Der Bodengrund kann weich, aber sollte nicht nass sein. Torf, Rinde, Holzspäne, Räucherspäne oder diverse Erdengemische sind geeignet. Ein Topf, Korkstück oder ein Unterschlupf wird als Versteck immer wieder gern aufgesucht. Eine stabile Terrarieneinrichtung kann ich nur empfehlen, da die Diamantpython sehr aktiv ist. Eine Bademöglichkeit sollte angeboten werden.


Nahrung:
Die Futtertiere sollten je nach Grösse und Bedarf der Schlangen angeboten werden. Morelia spilota-spilota ist kein so genannter Nahrungsspezialist. Das Nahrungsspektrum kann von Renn- und Springmäusen, Hamstern oder Küken über Hühner, Tauben, Ratten und Meerschweinchen bis zu Zwergkaninchen reichen.

Von einer lebendigen Futteranbietung rate ich ab, es können sehr tiefe Bisswunden und Narben durch das Futtertier an der Schlange entstehen.
Frisch abgetötete Tiere sind für beide Parteien immer von Vorteil. Diese Fütterungsvariante vermeidet allzu viel Stress für beide Tiere und die Schlange wird weniger hektisch und etwas zahmer. Das Futter sollte in einer separaten Futterbox angeboten werden, damit man das Tier besser beobachten und begutachten kann. Auch das Handling zur Schlange wird durch diese Art der Fütterung wieder ein wenig aufgefrischt.


Zucht:
Die Paarungszeit erstreckt sich von November bis in den März hinein.
Die Tages- und Nachttemperaturen sollten im Herbst stufenweise bis zu auf ca. 7-10 Grad gesenkt werden, wichtig ist dabei aber, dass den Tieren tagsüber zumindest Stundenweise eine Wärmequelle mit min. 40°C zur Verfügung steht. Das Weibchen, das zur Zucht aufgebaut/ausgesucht wird, sollte ein Körpergewicht von mindestens 4 kg haben. Das Männchen sollten nicht schwerer als max. 5 kg sein, damit es noch aktiv ist/bleibt.

Das trächtige Tier sollte vom Männchen getrennt werden, am besten belässt man das Weibchen wo es ist und entfernt das Männchen, nicht umgekehrt weil das Stress für ein trächtiges Weibchen wäre, damit man es besser beobachten kann. Auch das Futter kann so besser angeboten und angenommen werden. Das trächtige Diamantpythonweibchen verweigert zumeist das Futter, in den seltensten Fällen frisst das Tier sporadisch weiter/durch.

Nach einer Tragzeit von ca. vier Monaten werden durchschnittlich etwa 20-25 Eier abgesetzt. Die Anzahl der Eier bei der Eiablage ist sehr unterschiedlich. Je nach Grösse und Vitalität des Weibchens kann die Zahl der abgesetzten Eier unterschiedlich ausfallen.

Die Bruttemperatur sollte mindestens bei 31 Grad liegen und darf bis max. 32 Grad schwanken. Die Inkubationszeit der Eier im Brutkasten wird 54 bis 70 Tage betragen, je nach Bruttemperatur. Nach dem Ankerben und Anritzen des Eies mit dem Ei-Zahn der Schlange, durchstösst/durchbricht die junge Schlange das Ei. Sie wird es innerhalb von 1-2 Tagen selber verlassen, bitte das Jungtier nicht aus dem Ei ziehen oder zerren.
Das junge Diamantpythonbaby wird ohne Hilfe aus dem Ei schlüpfen.

Das Gewicht der jungen Diamantpythons kann 30-80 Gramm betragen und sie werden beim Schlüpfen eine Länge von 40-70 cm aufweisen. Die Jungen gehen in der Regel nach der ersten Häutung an das angebotene Futter. Dieses sollte nicht grösser sein als eine leicht behaarte Ratte.

Die Aufzucht der jungen Diamantpythons sollte in Einzelhaltung erfolgen. Diese Aufzuchtshaltung ist von Vorteil, damit man das Tier besser beobachten und das Futter gezielt anbieten kann.

Bei idealer Haltung und Pflege des Tieres kann der Schützling über 20 Jahre alt werden.


P.S.
Die diversen Daten und Angaben stammen aus der Erfahrung mit meinen eigenen Tieren. Ein Dank geht an dieser Stelle an Marc Mense, der mir sehr viele gute Anregungen und Tipps zur Haltung der Diamantpython gegeben hat. Bitte beachten Sie, dass jede Art ihre Ausnahmen hat. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und jedes Tier hat sein eigenes Verhalten. Alle Daten und Angaben treffen nicht auf alle Tiere der gleichen Art in gleicher Weise zu.


Markus Borer
www.BoaPython.ch

 
<< zurück